LH-Stv. Manuela Khom: "Wir können uns keine Vollpädagogik leisten" (30.8.2026)

(31.8.2026)

Ein Interview mit LH-Stv. Manuela Khom in der gestrigen Kronenzeitung holt uns von #kinderbrauchenprofis früher als gewollt aus den Sommerferien zurück. Noch dazu mit einer seltsamen brandneuen, und unserer Meinung nach brandgefährlichen, Wortschöpfung, die „Vollpädagogik“.

Zitat Khom: „Und wir können uns keine Vollpädagogik leisten, wenn ich zu den Randzeiten nur zwei, drei Kinder habe. Deshalb brauchen wir mehr Flexibilität beim Personaleinsatz: In den Randzeiten soll Betreuungspersonal stärker eingesetzt werden (…).“

Wir haben schon im November letzten Jahres davor gewarnt – „stärker“ eingesetzt heißt übersetzt „nur mehr“. Unterschreiten Kinder also eine bestimmte Gesamtzahl, sind sie keine/n Pädagog/in mehr ‚wert’. Das ist im aktuellen Gesetz nur in Ausnahmefällen („unvorhersehbare Minderausstattung der gesetzlichen Personalausstattung“, §17 Absatz 4) möglich, mit der nächsten Gesetzesnovelle wird es wohl als neuer Standard etabliert.

Sämtliche wissenschaftlichen Erkenntnisse besagen, dass die pädagogische Qualität in unseren Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen aktuell schon unzureichend ist. Trotzdem wird seitens der steirischen Landesregierung eine Verschlechterung konsequent fortgesetzt. Es ist somit der dritte Streich (erster Streich, Dezember 2025: Aussetzung der Gruppengrößenreduktion in Kindergärten; zweiter Streich, Juli 2026: Erleichterung von Überschreitungen der Gruppengrößen in allen Einrichtungsformen, weniger Bewegungsräume und kleinere Freispielflächen).