„Betreuungsschlüssel in den Kindergärten ist irre“

Kronen Zeitung, 17.10.2021

Auszug: „Der nächste Schock: die Gruppengrößen. „Ein Elementarpädagoge für 25 Kinder – der Betreuungsschlüssel ist irre“, meint Schweyer. „Wie soll ich da auf die Bedürfnisse jedes einzelnen eingehen? Unmöglich.“ Konflikte austragen helfen, Entwicklungsschritte begleiten, Stärken fördern – all das macht der junge Mann mit enormer Hingabe. „Mein Glück war, dass ich in einem Haus untergekommen bin, das anders funktioniert und sich als Vertreter der Kinder und nicht der Wirtschaft sieht“, sagt Schweyer.


Mit Anlauf gegen die Wand

Der Falter, 12.10.2021

Auszug: „Der Kindergarten hat zwei Seiten: den Anspruch; und die Realität. Die Jahre vor dem Schuleintritt sollen die Kinder vom Elternhaus abnabeln, auf die Schule vorbereiten, wo Sprachdefizite sind, soll der Kindergarten sie ausbessern, ja überhaupt als Inte­grationsmotor dienen. So wichtig ist er, dass alle Kinder im Land ihn seit 2010 zumindest ein Jahr lang besuchen müssen. Und Eugenie Poscher fragt sich, wie sie all das liefern soll, wenn sie 24 Kinder ohne Hilfe betreuen muss, an der Seite nur eine Assistentin, die daneben kocht, putzt, aufräumt und nur halbtags arbeitet.“


Kinderbetreuungseinrichtungen fehlt Personal: „Nur Babysitten“

Salzburger Nachrichten, 23.9.2021

Auszug: „Woran hapert es am meisten? – Es geht nicht erstrangig um das Gehalt, aber Zusatzausbildungen müssten honoriert werden. Viele haben zum Beispiel die Montessoriausbildung gemacht und dafür privat 2000 Euro bezahlt. Das freut die Kinder und die Eltern, aber auf dem Gehaltszettel merken wir davon nichts. In erster Linie geht es aber um die Gruppengröße und den Personalschlüssel. Die meisten Träger drängen darauf, die Gruppen bis zum Maximum, das sind 25 Kinder, anzufüllen. Jede zweite Kollegin, die sich bei uns meldet, sagt, dass in vielen Gruppen keine pädagogische Fachkraft mehr drinnen steht, sondern Helferinnen oder Quereinsteigerinnen. Das ist nur noch Babysitten statt Bildung.“


Kindergarten-Personalmangel in Oberösterreich, Salzburg und der Steiermark

Siehe Berichte auf…

orf.at Oberösterreich (2.9.2021)

orf.at Salzburg (7.9.2021)

orf.at Steiermark (9.9.2021)


Der Notstand in den Kindergärten

Kleine Zeitung, 25.7.2021

Der Notstand in den Kindergärten (Kleine Zeitung, 25.7.2021)

Kindergartenkrach in Koalition

Kleine Zeitung, 7.7.2021

Kindergartenkrach in Koalition (Kleine Zeitung, 7.7.2021)

Elementarpädagogik: Gestiegene Belastung in der Pandemie

Der Standard, 19.5.2021

Auszug: „Mehr als 80 Prozent der Befragten berichteten von einem aktuellen Ungleichgewicht zwischen Arbeitsanforderungen und als lohnend empfundenen Aspekten. Gravierend sei laut den Studienautorinnen, wie gering die Wertschätzung im Verhältnis zu der geleisteten Arbeit wahrgenommen wird: Knapp zwei Drittel empfinden die Anerkennung als nicht angemessen, und acht von zehn bewerten das Gehalt als zu gering.“


Kindergartenpersonal unter hohem Druck

orf.at, 18.5.2021

Auszug: Auffällig für die Forscherinnen: Als große Belastungsfaktoren und Herausforderungen seien bei der Studie keineswegs nur Covid-19-spezifische Faktoren genannt worden. Dazu zählen etwa der administrative Aufwand und die Schwierigkeit, eine gesunde Work-Life-Balance herzustellen. Es kämen noch mangelnde Wertschätzung, Schwierigkeiten in der Elternarbeit und das zu geringe Gehalt hinzu.“


Corona verschärft die Krise der Kindergärten

Kleine Zeitung, 12.4.2021

Corona verschärft die Krise der Kindergärten (Kleine Zeitung, 12.4.2021)

Die wenig beachtete Arbeit im Kindergarten

Ein halbstündiger Beitrag in der Moment-Reihe auf Ö1, in der auch Vertreter/innen des Teams von #kinderbrauchenprofis zu Wort kommen.


Groll des Kindergartenpersonals wächst

orf.at, 22.1.2021

Auszug: Doch auch abseits von der Krisenzeit passe es nicht, sagte Hintermeier von younion: „Wenn so viele Kinder in einer Gruppe sind, ist es nicht möglich, jedem Kind zu entsprechen.“ Nach wie vor sei oft nur eine Pädagogin in der Gruppe, eine Aufteilung in kleinere Einheiten, die etwa für den Spracherwerb wichtig wäre, scheitere häufig. (…) Die Interessenvertretung der Elementarpädagogik verlangt daher schon seit Jahren Investitionen in diesen Bereich, weniger Kinder pro pädagogischer Kraft, mehr Platz für die Kinder sowie Dienstzeiten für Team- und Elternarbeit, Weiterbildung und Supervision. „Unsere Forderungen sind eher von vorgestern als von gestern“, so Keller. Sie würden aber immer wieder ignoriert oder an die Länder weiterverwiesen.


Hilfe: Kindergartenkinder werden nicht mehr betreut

Niki Glattauer in Heute (18.1.2021)

Auszug: Am nächsten Sonntag ist Tag der Elementarbildung. Wir nennen sie süß Kindergärten, aber sie sind Bildungsstätten. Vorschulen. Sie sind harte pädagogische Arbeit für unterbezahlte, unterbesetzte und überlastete Heldinnen des Alltags. Deren Gesundheit offenbar niemanden schert.


Kindergärten: Widerstand gegen “Quereinsteiger”

Annenpost (22.12.2020)

Auszug: Immer erst zu handeln, wenn der Hut brennt, ist politisches Versagen”, kommentiert die Leiterin eines Annenviertler Kindergartens, die die Initiative unterstützt. (…) Schlechte Bezahlung und noch schlechtere Arbeitsbedingungen im Bereich der Elementarpädagogik seien die Ursache für den derzeitigen Personalmangel in Kindergärten. Die Gesetzesänderung löse das Problem nicht, sie federe nur kurzfristig die Konsequenzen ab.


Kindergärtnerin: „Wir werden wie der letzte Dreck behandelt“

Der Standard (18.12.2020)

Auszug: „Die Elementarpädagogin betreut häufig über 20 Kinder ganz alleine. Was dazu führt, dass sie einzelne oder mehrere Kinder in der Familiengruppe (zwei bis sechs Jahre) permanent vernachlässigen muss. Entweder die Kleinen, die viel mehr Zuwendung brauchen, oder die Vorschulkinder, die gefördert werden müssen. „Ich kann mich ja nicht zerreißen“, sagt sie.“


Kindergärtner wollen endlich Anerkennung

Kronen Zeitung Steiermark (18.12.2020)

Auszug: Dazu kommt ein seit Jahren kritisierter Personalmangel. Zwar gibt es derzeit laut Büro der zuständigen Landesrätin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) 300 Absolventen von Bildungsanstalten für Elementar-Pädgagogik und Kollegs – aber viele Maturanten wählen einen anderen Weg. „Wenn man sich mit 14 für diesen Beruf entscheidet, hat man eine andere Vorstellung. Ein Tanten-Bild mit Singen und Spielen“, sagt Obendrauf. Die Realität sei anders. „Eltern-Arbeit, Entwicklungsbeobachtung, Dokumentation und die tägliche Bildungsarbeit. Viele wechseln nach kurzer Zeit den Job.“


KindergartenpädagogIn dringend gesucht, dabei gäbe es genug

moment.at (22.10.2020)

Auszug: Viele ElementarpädagogInnen wollen nicht im Kindergarten arbeiten oder schmeißen nach kurzer Zeit hin. Denn die Arbeitsbedingungen sind miserabel. Im EU-Vergleich ist Österreich Schlusslicht, was die Qualität und Rahmenbedingungen in Hort, Kindergarten und Krippe anbelangt. Das ist nicht nur schlecht für die oder den einzelneN KindergartenpädagogIn, sondern vor allem für die Kinder.


Mehr Qualität im Kindergarten gesucht

Der Standard (14.10.2020)

Auszug: „Speziell beim Betreuungsverhältnis klafft ein Loch zwischen Anspruch und Realität: Bis zu 17 Drei- bis Sechsjährige kommen in einigen Bundesländern auf eine Pädagogin. (…) Das ÖIF [Österreichisches Familienforschungsinstitut] empfiehlt als Schlüssel für altersgemischte Gruppen bei unter Dreijährigen ein Verhältnis zwischen 1:3 und 1:5, bei den Drei-bis Sechsjährigen sollten maximal neun Kinder auf eine Pädagogin kommen.“


Elementar, aber nicht eilig: Beirat tagt zu Bildung für Klein- und Kleinstkinder

Der Standard (1.10.2020)

Auszug: „Wer bei der Erstellung dieser Qualitätskriterien mitarbeiten darf? Rund 20 Personen, von Vertreterinnen und Vertretern der Länder über Gemeinde- und Städtebund bis hin zu Expertinnen und Experten, etwa von der Plattform Educare, bei der sich Trägerorganisationen wie Berufsverbände engagieren. Dass keine Sozialpartner mit am Tisch sind, hat Mittwochfrüh gleich vor Beginn der ersten Sitzung für Protest gesorgt.“


Kinderbetreuung: Kritik an neuem Schnellkurs

ORF Steiermark (14.10.2020)

Auszug: “Sowohl Grüne, KPÖ wie auch NEOS sind sich einig, dass das Problem mit der neuen Ausbildungsvariante nicht an der Wurzel gepackt wird – der vorherrschende Mangel an Betreuungskräften liege weniger an den zu hohen Ausbildungsanforderungen, als vielmehr an den unattraktiven Arbeitsbedingungen. (…) Kritik an der neuen Regelung kommt auch von der Jungen Industrie Steiermark.”


Im Kindergarten ohne Ausbildung: Steirische Schmalspurpädagoginnen

Der Standard (8.10.2020)

Auszug: “Beim Problemaufriss sind sich noch alle einig: [Es] fehlen ausgebildete Kindergartenpädagoginnen, die auch tatsächlich den Beruf ausüben. Auch in der Steiermark, und zwar seit vielen Jahren. (…) Geht es nach den steirischen Koalitionären, soll bereits am Dienstag per Initiativantrag im Landtag beschlossen werden, dass künftig auch Personen ohne abgeschlossene pädagogische Qualifikation Kindergartengruppen leiten dürfen (…).”