Unsere Forderungen

„Elementar! Die beste Bildung aller Zeiten“ – #kinderbrauchenprofis ist maßgeblicher Teil der Plattform elementarbildung.at, auf der 7 Forderungen für ganz Österreich inklusive wissenschaftlicher Begründung und downloadbarem Material zu finden sind.

Ausserdem haben wir im März 2022 zusammen mit dem StBEP und IfeB ein Maßnahmenpapier (PDF) geschrieben, das wir der damaligen steirischen Landesrätin für Bildung und aktuell auch dem neuen Landesrat für Bildung bei einem persönlichen Gespräch übergeben haben.


Ein kurzer Überblick zur Lage

Seit Jahren sind hierzulande die wachsenden Probleme im Bereich der Elementaren Bildung bekannt. Sie sind inzwischen so eklatant, dass u.a. zwar mehr als genügend ausgebildete Elementarpädagog:innen vorhanden sind, es aber einen immer dramatischer werdenden Pädagog:innenmangel im Berufsfeld gibt. Grund dafür ist, dass viele von ihnen wegen der schlechten Bedingungen nicht bzw. nicht lange in dem Beruf arbeiten wollen (siehe dazu u.a. diese kurze Zusammenfassung, unsere „Alltagsgeschichten“-Sammlung oder die Artikel in unserer Presse-Sektion). Die Antwort der Politik bis jetzt: noch größere Gruppen, noch mehr Aufgaben für immer weniger Pädagog:innen, noch weniger Qualifikationsanforderungen für das Personal. #kinderbrauchenprofis wurde im Oktober 2020 genau deswegen ins Leben gerufen, als das Gesetz über die fachlichen Anstellungserfordernisse von steirischen Kindergartenpädagog:innen das Fass endgültig zum Überlaufen gebracht hat.

Seit Jahren wachsen die Probleme, und bereits seit Jahrzehnten werden, wissenschaftlich fundiert und unbestritten, klar definierte Verbesserungen der Rahmenbedingungen in der Elementaren Bildung gefordert. (Als exemplarisches Beispiel weisen wir hier auf diesen Text aus dem Jahr 1991 (!) aus dem Buch Kinder gehen uns alle an der ‚Berufsgruppe Steirische Kindergärtnerinnen‘ hin).

Seit 2009 gibt es den ‚Bundesländerübergreifenden BildungsRahmenPlan für elementare Bildungseinrichtungen‘. Ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, mit zwei großen Problemen: er hat keine rechtliche Verbindlichkeit, * und die darin angedachten Konzepte und Standards sind mit den aktuellen Ausstattungs- und vor allem Personalressourcen großteils schlicht und einfach nicht umsetzbar.

2013 präsentierten im Rahmen der Plattform EduCare Vertreter:innen von Institutionen, Interessengemeinschaften und Trägerorganisationen sowie Expert:innen aus dem Elementaren Bildungsbereich einen aktualisierten Entwurf eines Bundesrahmengesetzes für elementarpädagogische Bildungseinrichtungen. Folgend überreichten AK Wien, GdG-KMSfB, GPA-djp und vida im Rahmen einer von Tausenden unterschriebenen Initiative dem Nationalrat Analysen und Forderungen zur Verbesserung der Qualität in der Kinderbildung- und betreuung. (2) Hat sich seitdem etwas getan, hat sich österreichweit etwas fundamental gebessert? Nein. Im Gegenteil. Es gab in einigen Bundesländern sogar Verschlechterungen. **

Ein Hauptproblem der elementaren Bildung in Österreich ist der Föderalismus – Gesetze für die Kinderbildung und -betreuung sind Sache der jeweiligen Bundesländer. In manchen Bundesländern sind einige Rahmenbedingungen besser als in anderen, unsere wissenschaftlich fundierten Forderungen sind jedoch in keinem vollständig erfüllt.
(Wer die österreichische Problematik zuerst einmal lieber kurzweilig-satirisch statt umfrangreich-wissenschaftlich präsentiert bekommen möchte, dem sei unser Video „Elementare Gespräche im Saftladen“ mit Leo Lukas ans Herz gelegt).

Unsere Forderungen gelten für alle Bereiche der Elementaren Bildung (Kleinst- & Kleinkindgruppen, Krippen, Kindergruppen, Kindergärten, alterserweiterte Gruppen, Kinderhäuser o.ä.), sowie Horte bzw. jegliche Einrichtungen mit Nachmittagsbetreuung für Schulkinder. Analog dazu sind die Rahmenbedingungen für Tagesmütter und -väter zu verbessern.