Unsere Forderungen
#kinderbrauchenprofis ist Teil der am 21.1.2022 erstmals öffentlich vorgestellten Plattform elementarbildung.at, auf der unter dem Motto „Elementar! Die beste Bildung aller Zeiten“ 7 Forderungen für ganz Österreich inklusive wissenschaftlicher Begründung und downloadbarem Material zu finden sind.
Für uns maßgeblich sind ausserdem die Empfehlungen des QualitätsRahmenPlans für das Personal in elementaren Bildungseinrichtungen in Österreich (PDF) – besonders diese Angaben zur Strukturqualität (Ausschnitt von Seite 27). Dieser wurde Ende 2024 im Rahmen des „TSI-Projekt zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für das Personal in der FBBE“ (Website) vorgestellt – Zitat: „Das BMBWF arbeitete gemeinsam mit nationalen Stakeholdern und mit Unterstützung von UNICEF und der Europäischen Kommission im Rahmen eines zweijährigen TSI-Projekts von 2022-2024 an einer Steigerung der Qualität in der Elementarpädagogik.“
Die grundlegende Erkenntnis ist folgende: seit Jahren haben wir schwarz auf weiß was die Elementarbildung und somit unsere Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen bräuchten – doch es fehlt der politische Wille dies umzusetzen.
Ein kurzer Überblick zur Lage
Seit Jahren sind hierzulande die wachsenden Probleme im Bereich der Elementaren Bildung bekannt. Sie sind inzwischen so eklatant, dass u.a. zwar mehr als genügend ausgebildete Elementarpädagog:innen vorhanden sind, es aber einen immer dramatischer werdenden Pädagog:innenmangel im Berufsfeld gibt. Grund dafür ist, dass viele von ihnen wegen der schlechten Bedingungen nicht bzw. nicht lange in dem Beruf arbeiten wollen (siehe dazu u.a. diese kurze Zusammenfassung, unsere „Alltagsgeschichten“-Sammlung oder die Artikel in unserer Presse-Sektion).
Die Antwort der Politik bis jetzt u.a.: noch mehr Aufgaben für immer weniger Pädagog:innen, noch weniger Qualifikationsanforderungen für das Personal – #kinderbrauchenprofis wurde im Oktober 2020 genau deswegen ins Leben gerufen, als das Gesetz über die fachlichen Anstellungserfordernisse von steirischen Kindergartenpädagog:innen das Fass endgültig zum Überlaufen gebracht hat.
Seit Jahren wachsen die Probleme, und bereits seit Jahrzehnten werden, wissenschaftlich fundiert und unbestritten, klar definierte Verbesserungen der Rahmenbedingungen in der Elementaren Bildung gefordert. (Als exemplarisches Beispiel weisen wir hier auf diesen Text aus dem Jahr 1991 (!) aus dem Buch Kinder gehen uns alle an der ‚Berufsgruppe Steirische Kindergärtnerinnen‘ hin).
Seit 2009 gibt es den ‚Bundesländerübergreifenden BildungsRahmenPlan für elementare Bildungseinrichtungen‘ (PDF). Ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, mit zwei großen Problemen: er hat keine rechtliche Verbindlichkeit, und die darin ausgeführten Konzepte und Standards sind mit den aktuellen Ausstattungs- und vor allem Personalressourcen großteils schlicht und einfach nicht umsetzbar. Man könnte auch sagen: der Bildungsrahmenplan ist ein hervorragendes Rezept, leider werden die nötigen Zutaten nicht finanziert.
2013 präsentierten im Rahmen der Plattform EduCare Vertreter:innen von Institutionen, Interessengemeinschaften und Trägerorganisationen sowie Expert:innen aus dem Elementaren Bildungsbereich einen aktualisierten Entwurf eines Bundesrahmengesetzes für elementarpädagogische Bildungseinrichtungen. Folgend überreichten AK Wien, GdG-KMSfB, GPA-djp und vida im Rahmen einer von Tausenden unterschriebenen Initiative dem Nationalrat Analysen und Forderungen zur Verbesserung der Qualität in der Kinderbildung- und betreuung. Hat sich seitdem etwas getan, hat sich österreichweit etwas fundamental gebessert? Nein. Im Gegenteil. Es gab in einigen Bundesländern sogar Verschlechterungen.
Bezeichnend und bestürzend ist, das folgende Aussage aus einem offenen Brief von EduCare aus dem Jahre 2015 (!) aktuell immer noch gültig ist:
„Solange KindergartenpädagogInnen unter den derzeit in jedem Bundesland unterschiedlichen, aber durchgehend unzureichenden Rahmenbedingungen (zu große Gruppen, zu wenig Personal, zu wenig Vor- und Nachbereitungszeit, unzureichende Ausbildung, zu wenig Unterstützungspersonal für Kinder mit besonderen Bedürfnissen…) arbeiten, bleibt der Kindergarten „Betreuungseinrichtung mit trägerspezifisch definierten pädagogischen Ambitionen“.“
Ein Hauptproblem der elementaren Bildung in Österreich ist der Föderalismus – Gesetze für die Kinderbildung und -betreuung sind Sache der jeweiligen Bundesländer. In manchen Bundesländern sind einige Rahmenbedingungen besser als in anderen, unsere wissenschaftlich fundierten Forderungen sind jedoch in keinem vollständig erfüllt. Siehe dazu auch das Projekt „Zwischenösterreich“ (PDF) von NeBÖ zum Tag der Elementarbildung 2025. Und wer die österreichische Problematik kurzweilig-satirisch präsentiert bekommen möchte, dem sei unser Video „Elementare Gespräche im Saftladen“ mit Leo Lukas ans Herz gelegt.
