
Am 8. Juni 2026 sind die Gewerkschaften younion und gpa gemeinsam vor die Presse getreten, und haben die Novelle zum steirischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz (erneut) scharf kritisiert. Vielen Dank! Morgen haben sie einen Termin bei Bildungslandesrat Hermann. Wir möchten ihnen bzgl. einer speziellen Thematik gerne schon einmal Schützenhilfe geben:
„Streiks werden als „letzte Möglichkeit“ genannt. Denn: „Kampfmaßnahmen würden alle treffen, die nichts dafür können“, meint Suppan.“ heißt es im Artikel der Kronen Zeitung.
Mit „letzte Möglichkeit“ meint Gerhard Suppan (younion) natürlich verständlicherweise, dass die Gewerkschaften noch verhandeln wollen. Und die, die „nichts dafür können“ sind hauptsächlich die Eltern und deren Arbeitgeber, aber es zieht natürlich auch weitere Kreise. Bei einem Streik o.ä. müssten die Eltern die Kinder selbst betreuen und könnten somit nicht arbeiten gehen, etc.
Gehen wir einmal theoretisch davon aus, dass Verhandlungen wirklich nichts bewirken, und arbeitsrechtliche Kampfmaßnahmen die letzte Möglichkeit sind:
😍 Liebe Eltern!
Ihr wärt kurzfristig betroffen, ja.* Aber langfristig profitiert ihr von Kampfmaßnahmen des Personals, wenn diese die zuständige Politik endlich zu Investitionen in die elementaren Bildungs(!)einrichtungen bringt. Eure Kinder haben dann nicht nur eine bessere Qualität in den Einrichtungen. Ihr und zukünftige Eltern habt überhaupt Einrichtungen, in die ihr eure Kinder (mit gutem Gewissen!) schicken könnt – denn ohne Personal keine Einrichtungen, und unter den jetzigen Rahmenbedingungen wird der Personalmangel immer größer.
😎 Liebe Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber!
Ihr wärt kurzfristig betroffen, ja. Aber langfristig profitiert auch ihr: Euer zukünftiges Personal sind die Kinder von heute, die dann von besserer Bildung profitiert haben. Und mit „Bildung“ meinen wir nicht nur jene im klassischen Sinn, sondern auch so essenzielle Dinge wie Sprachkenntnisse, Emotionsregulation, soziale und motorische Kompetenzen, und und und. Mögliche Defizite, die sonst in die Schullaufbahn und das Arbeitsleben ‚mitgenommen’ werden.
🤑 Liebe verantwortliche Politikerinnen und Politiker!
Ihr argumentiert aktuell, dass man eben allgemein sparen müsste… hier ist was Wirtschaft & Wissenschaft dazu sagen: „Interventionsprogramme in der frühen Kindheit, vor allem für Kinder aus sozioökonomisch benachteiligten Familien, [haben] einen höheren Effekt als Interventionen im späteren Lebensverlauf.“ Und: Investition in Elementarbildung ist „die beste Investition aller Zeiten, [denn] jeder im Elementarbereich investierte Euro kommt 8-fach zurück.“ Siehe https://www.elementarbildung.at/elementar-diebestebildungallerzeiten/ .
* „Betroffen“ aber auch arbeitsrechtlich geschützt: Wenn ihr aufgrund eines Streiks o.ä. eure Kinder zuhause betreuen müsst, ist das eine „unverschuldete Dienstverhinderung“. Ihr müsst keinen Urlaub nehmen o.ä. Am liebsten wäre uns natürlich ihr kommt zu einer Streikkundgebung einfach mit, samt der Kinder – wir sehen das übrigens als frühe politische Bildung 😉
